Aberlour
Der Speyside-Malt, der seinen Charakter aus Sherryfässern bezieht, mit einer Fassstärke-Abfüllung von über 60% als Ausreißer. Alles über die Sorten, die Alkoholgehalte und das passende Glas.

Zwei Fassarten und eine Flasche ohne angezogene Handbremse
Aberlour steht seit 1879 im gleichnamigen Dorf in Speyside, der am dichtesten besiedelten Whiskyregion Schottlands. Der Name stammt aus dem Gälischen und bedeutet etwa „Mündung des plätschernden Bachs“. Das ist kein Marketing: Die Destillerie liegt dort, wo der Lour in den Spey mündet, und das Wasser aus dieser Quelle war stets der Ausgangspunkt.
Wofür Aberlour bekannt ist, ist die doppelte Reifung. Die Standardabfüllungen reifen sowohl in gewöhnlichen Eichenfässern als auch in ehemaligen Sherryfässern, und die zweite Fassart verleiht dem Whisky seine tiefrote Farbe, seine Trockenfrucht und seine Würze. Der A'Bunadh geht dabei am weitesten: Er reift ausschließlich in Oloroso-Sherryfässern und wird in Fassstärke abgefüllt, ohne Kaltfiltration und ohne Zugabe von Wasser. Das ergibt eine Abfüllung mit rund 60%, und weil jede Charge anders ausfällt, gleicht keine Flasche der anderen.
Kurz gesagt
Welche Sorten Aberlour gibt es?
Der Alkoholgehalt sagt hier viel aus: Die Standardabfüllungen liegen bei 40 oder 43%, die Non Chill Filtered bei 48% und der A'Bunadh bei etwa 60%.

Aberlour 12 Years Double Cask
Die Flasche für den Einstieg: zwölf Jahre in gewöhnlicher Eiche und in Sherryfässern gereift, mit frischer Zitrusnote im Kontrast zu weicher Trockenfrucht.

Aberlour 12 Years Non Chill Filtered
Das gleiche Alter, aber mit 48% abgefüllt und ohne Kaltfiltration. Voller und öliger im Mund als der gewöhnliche 12er.

Aberlour 14 Years
Zwei Jahre länger im Fass als der 12er, mit mehr Holz und mehr Tiefe in der Trockenfrucht. Eine ruhige, runde Abfüllung.

Aberlour 18 Years
Achtzehn Jahre alt und mit 43 % abgefüllt: reichhaltig, dunkel und voller Sherry, Nüsse und Gewürze. Die Flasche für einen besonderen Anlass.

Aberlour A'Bunadh
Gälisch für „zurück zum Ursprung“: ausschließlich Oloroso-Sherryfässer, in Fassstärke und ohne Kaltfiltration. Jede Charge fällt anders aus.

Aberlour A'Bunadh Alba
Dieselbe Vorgehensweise wie beim A'Bunadh, jedoch auf amerikanischer Eiche statt in Sherryfässern. Heller in der Farbe, mit Vanille und Kokos.
Der 12er Double Cask zum Kennenlernen; der A'Bunadh, wenn du genau wissen möchtest, was Sherryreifung bewirkt.
Trockenfrüchte, Sherry und milde Gewürze
Sherry & Trockenfrüchte
Rosinen, Orangenschale und milde Gewürze, darunter die Malzigkeit des Getreides. Kein Rauch: Aberlour ist nicht getorft.
Rund und fruchtig
Weich und rund, mit Trockenfrüchten, Karamell und Zimt. Bei den kräftigeren Abfüllungen kommen eine deutliche Wärme und mehr Holz hinzu.
Warm und würzig
Ein mittellanger Abgang mit Gewürzen und Eichenholz. Beim A'Bunadh ist er lang, warm und kräftig; ein paar Tropfen Wasser zähmen ihn.
Geschmacksprofil des Aberlour 12 Years Double Cask. Der 18er punktet stärker bei Süße und Würze; der A'Bunadh liegt in allen Punkten höher, mit einer Stärke von 5.
Drei Arten, Aberlour zu trinken
Ein Sherry-geprägter Speyside ist geradezu dafür gemacht, pur getrunken zu werden. Bei den Abfüllungen über 48 % ist Wasser keine Sünde, sondern eine Verbesserung.
Pur bei Zimmertemperatur
4 cl in einem tulpenförmigen Probierglas. Lass ihn ein paar Minuten stehen: Sherry und Trockenfrüchte lösen sich erst, wenn der Whisky Zimmertemperatur erreicht hat. So trinkst du den 12er, den 14er und den 18er.
Glas: Probierglas →Der A'Bunadh mit Wasser
Bei 60,1 % ist Wasser hier kein Kompromiss. Beginne mit ein paar Tropfen und taste dich heran, bis der Alkohol nicht mehr brennt: Unter dieser Stärke steckt eine enorme Menge Sherry, Rosinen und Schokolade, die erst dann zum Vorschein kommt.
Glas: Probierglas →Zu dunkler Schokolade
Ein Sherry-Malt und dunkle Schokolade mit siebzig Prozent Kakao oder mehr verstärken einander: Beide sind zugleich bitter und süß. Funktioniert auch mit Nüssen, gereiftem Käse oder einem Stück Weihnachtsstollen.
Weitere Fragen →Cocktails mit Aberlour
Ein Single Malt zu diesem Preis kommt normalerweise pur ins Glas. Wenn du ihn trotzdem mixen möchtest, wähle Rezepte, in denen der Whisky die Hauptrolle spielt, und verwende den 12er.

Old Fashioned
Whisky, Zucker und Bitters über einen großen Eiswürfel. Die Sherryfrucht kommt schön zur Geltung.
Boulevardier
Whisky, roter Wermut und Campari. Die Sherrynoten behaupten sich gut gegen die Bitterkeit.
Whisky Sour
Whisky, Zitrone, Zucker und Eiweiß. Mit einem Sherry-Malt voller als mit einem Blend.
Hot Toddy
Whisky mit heißem Wasser, Honig, Zitrone und Nelken. Die Gewürze fügen sich nahtlos ein.Alles, was du noch über Aberlour wissen wolltest
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