So schenkst du es ein
ein Spezialbier in
Spüle das Glas mit kaltem Wasser aus und schüttle es aus, ohne es abzutrocknen. Fettreste und Seife lassen die Schaumkrone zusammenfallen, dabei ist gerade diese Krone bei Spezialbier entscheidend. Stelle die Flasche auf die für den Stil passende Temperatur: Witbier etwa 5 bis 7 Grad, Tripel und Abteibier 8 bis 12, Stout und Quadrupel 10 bis 14.
Halte das Glas schräg, etwa in einem Winkel von fünfundvierzig Grad, und gieße das Bier ruhig an der Glaswand entlang, bis das Glas gut halbvoll ist. Schwere Biere mit viel Kohlensäure brauchen hier mehr Geduld als ein Pils; lieber zu langsam als zu schnell, denn eine überlaufende Schaumkrone bekommst du nicht zurück.
Stelle das Glas aufrecht hin und schenke den Rest aus etwas höherer Höhe in die Mitte des Biers ein, bis du eine Schaumkrone von zwei bis drei Zentimetern hast. Wenn sich Hefe am Flaschenboden befindet, entscheide bewusst: Lass den letzten Rest für ein klares Glas zurück oder schwenke ihn mit ein, wenn du die vollere, trübe Variante möchtest.
Streiche den Schaum glatt, wenn du ihn kompakt haben möchtest, oder lass ihn stehen. Wenn du mehrere Biere hintereinander probierst, beginne mit den leichten und arbeite dich zu den schweren vor: zuerst Witbier oder Blond, dann Amber oder Dubbel, danach Tripel und erst anschließend Quadrupel oder Stout. Schenke etwa zehn Zentiliter pro Glas ein und stelle Wasser und Brot dazwischen.
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Die Geschichte
Spezialbier ist ein niederländisches Wort, und das ist kein Zufall. Als Pils hier jahrzehntelang fast den gesamten Markt beherrschte, wurde alles, was darüber hinausging, in eine Restkategorie gesteckt: Spezialbier. Im Ausland gibt es diesen Begriff nicht auf dieselbe Weise; dort nennt man einfach den Stil oder spricht von Craft Beer, was etwas über die Brauerei und nicht über den Geschmack aussagt. Die Folge ist, dass Spezialbier im Laden alles Mögliche bedeuten kann, von einem leichten Weißbier mit fünf Prozent bis zu einem tiefschwarzen Imperial Stout. Schau daher immer über die Kategorie hinaus auf den darunter angegebenen Stil.
Das richtige Glas
Da Spezialbier kein Stil, sondern eine Sammlung von Stilen ist, gibt es auch nicht ein einziges Glas, das zu allem passt. Eine Tulpe mit leicht nach innen verlaufendem Rand eignet sich für Tripel, Blondbier und Abteibier, weil sie das Aroma bündelt und die Schaumkrone aufrecht hält. Ein bauchiges Glas mit weiter Kelchform ist für die schweren, dunklen Biere gedacht, die du langsam warm werden lässt. Deshalb stehen diese beiden hier nebeneinander. Ehrlich gesagt: Der englische Nonic-Pint, das gerade Glas mit der Ausbuchtung unter dem Rand, gehört nicht zu unserem Angebot. Für Stout und Porter kommst du daher mit einem geraden Bierglas von etwa 40 cl am nächsten. Belgische Modelle findest du separat bei den belgischen Biergläsern.
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Das richtige Werkzeug
Für Spezialbier brauchst du keine Bar-Tools, sondern nur das Glas, das zum Stil gehört. Was bei einer Verkostung aber danebensteht, ist meist ein Set Cocktailspieße für Käse und Wurst sowie eine Zitruspresse, wenn auch Weißbier mit Zitrone auf den Tisch kommt. Das sind die Bar-Tools, die wir selbst verwenden; alles findest du in unseren Bar-Tools & Cocktailsets.
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Welche Spirituose passt dazu?
Bei Spezialbier spielt das Bier selbst die Hauptrolle, und etwas Starkes daneben ist nicht nötig. Gehört in den Niederlanden trotzdem etwas zum Umtrunk dazu, sind es meist Jenever, Vieux oder Beerenburg. Auf jeder Getränkeseite erfährst du den Alkoholgehalt, wie es schmeckt, welche Cocktails dazu passen und welches Glas du brauchst.
Variationen & Twists
Die Kategorie ist so breit, dass du darin jahrelang suchen kannst. Bleibst du auf der leichteren Seite, landest du bei Witbier, Blondbier und Saison. In der Mitte liegen Amberbier, Dubbel und Bock. Auf der kräftigen Seite stehen Tripel, Quadrupel, Barley Wine und Imperial Stout. Und dann gibt es noch die spontan vergorene Ecke mit Lambiek, Geuze und Kriek, die eher sauer als süß schmeckt und mehr an Wein als an Bier erinnert. Mehr lesen? Sieh dir alle Getränke und Marken an.
Serviertipp
Schenke jeden Stil bei seiner eigenen Temperatur aus: Witbier und Weizen bei 5 bis 7 Grad, Tripel und Abteibier bei 8 bis 12, Stout und Quadrupel bei 10 bis 14. Zu kalt schmeckst du fast nichts, zu warm tritt der Alkohol in den Vordergrund. Stelle bei einer Verkostung pro Gast ein Glas bereit und spüle es zwischendurch kalt aus, dann musst du keinen ganzen Schrank voller Gläser abwaschen.
Gut zu wissen
Kein Stil, sondern eine Kategorie
Spezialbier bedeutet lediglich, dass es kein Pils ist. Es gibt keinerlei Aufschluss über Farbe, Geschmack, Bitterkeit oder Alkohol: Ein Witbier mit etwa fünf Prozent und ein Quadrupel mit zehn bis zwölf Prozent tragen beide diese Bezeichnung. Achte deshalb immer auf den darunter angegebenen Stilnamen, denn erst er verrät dir, was du in deinem Glas bekommst.
Obergärig, untergärig und spontan vergoren
Die Einteilung beginnt bei der Hefe. Obergäriges Bier vergärt warm, bei etwa 15 bis 24 Grad, und die Hefe sammelt sich oben; das sind die Ales, mit Tripel, Witbier, Saison und Stout als bekannten Beispielen. Untergäriges Bier vergärt kalt, ungefähr bei 5 bis 12 Grad, und die Hefe setzt sich am Boden ab; das sind die Lagerbiere, darunter Pils und Bock. Spontan vergorenes Bier wird nicht mit Hefe geimpft, sondern erhält wilde Hefen und Bakterien aus der Luft, wie bei Lambiek, Geuze und Kriek.
Welche Stile darunter fallen
In der Praxis begegnen dir: Witbier und Weizen, Blondbier, Amberbier, Saison, Dubbel, Tripel und Quadrupel, Bockbier und Winterbier, Stout und Porter sowie hopfenbetonte Stile wie Pale Ale. Dazu kommt die Gruppe der spontan vergorenen Biere mit Lambiek, Geuze und Kriek. Der Alkoholgehalt variiert dabei stark: Pils ungefähr 5 Prozent, Tripel 8 bis 9 Prozent, Quadrupel 10 bis 12 Prozent.
Warum es so viele verschiedene Gläser gibt
Jedes Glas beeinflusst etwas anderes. Ein schmales, gerades Glas hält die Kohlensäure und das Bier kalt - genau das, was ein Pils braucht. Eine Tulpe mit nach innen zulaufendem Rand bündelt die Aromen und hält die Schaumkrone aufrecht, praktisch bei Tripel und allem mit viel Hopfen. Ein bauchiges Glas bietet Raum für schwere, komplexe Biere, die man sich erwärmen lässt. Ein hohes Weizenglas bietet Platz für die üppige Schaumkrone, die Weizenbier immer bildet. Die Form ist also keine Dekoration, sondern eine Entscheidung.
Eine Verkostung zusammenstellen
Arbeite dich von leicht zu kräftig vor, sonst überlagert das erste Bier die anderen. Beginne mit Witbier oder Blondbier, fahre mit Amber oder Dubbel fort, dann Tripel, und schließe mit Quadrupel oder einem Stout ab. Schenke etwa zehn Zentiliter pro Bier aus, beschränke dich auf vier bis sechs Biere und stelle Wasser, Brot oder neutrale Cracker auf den Tisch, um zwischendurch den Mund zu neutralisieren. Notiere dir pro Bier kurz, was du riechst und schmeckst; dann weißt du später noch, welche du wieder probieren möchtest.
Häufig gestellte Fragen
Was ist Spezialbier?
Spezialbier ist die niederländische Sammelbezeichnung für jedes Bier, das kein Pils ist. Es handelt sich also nicht um einen Stil, sondern um eine Kategorie, unter die Tripel, Witbier, Stout, Bock, Saison und Lambiek fallen. Der Name selbst sagt nichts über Farbe, Geschmack oder Alkoholgehalt aus.
Ist Spezialbier dasselbe wie Craft Beer?
Nicht ganz. Spezialbier ist eine niederländische Kategorie und besagt nur, dass es sich nicht um Pils handelt, auch wenn es von einer sehr großen Brauerei stammt. Craft Beer bezieht sich auf die Brauerei sowie auf Größe und Unabhängigkeit. Es gibt viele Überschneidungen, aber die Begriffe bedeuten nicht dasselbe.
Welches Glas verwendet man für Spezialbier?
Das hängt vom Stil ab. Ein Kelchglas mit Stiel und etwa 30 bis 40 cl eignet sich für Tripel, Blondbier und Abteibier. Ein bauchiges Glas mit weiter Kelchöffnung passt zu Quadrupel, Stout und anderen kräftigen Bieren. Witbier und Weizenbier verlangen wegen der üppigen Schaumkrone ein hohes Glas mit einem halben Liter Fassungsvermögen.
Wie viel Alkohol enthält Spezialbier?
Das variiert stark, denn es handelt sich um eine Kategorie und nicht um einen Stil. Grob gesagt: Witbier und Blondbier liegen bei etwa 5 Prozent, Dubbel bei 6 bis 8 Prozent, Tripel bei 8 bis 9 Prozent und Quadrupel bei 10 bis 12 Prozent. Auf dem Etikett steht immer der genaue Prozentsatz.
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