Das Glühweinrezept
pro Glas, wähle 6 für eine Flasche
Gib den Wein, den Zucker, eine Orangenscheibe, die Zitronenschale, die Zimtstange, die Nelke und den Sternanis in einen Topf mit dickem Boden.
Erwärme ihn bei niedriger Hitze und rühre, bis sich der Zucker aufgelöst hat; lasse den Wein nicht kochen und halte ihn bei etwa 70 Grad.
Setze den Deckel auf den Topf und lasse den Glühwein 20 Minuten ziehen.
Spüle ein hitzebeständiges Glas mit heißem Wasser aus, damit es nicht springt und das Getränk warm bleibt.
Gieße den Glühwein durch ein Sieb ins Glas und garniere ihn mit der zweiten Orangenscheibe.
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Die Geschichte
Wein mit Gewürzen zu erhitzen ist jahrhundertealt. Schon die Römer kannten gewürzten Wein, und im Mittelalter war Hypocras beliebt: gesüßter Wein mit Zimt und anderen Gewürzen, der meist kalt getrunken wurde. Das älteste bekannte deutsche Glühweinrezept wird dem sächsischen Grafen August Josef Ludwig von Wackerbarth zugeschrieben und stammt aus dem Jahr 1834. Der Name sagt, worum es geht: Glühen bedeutet, zu glühen. 1956 füllte der Augsburger Weinhändler Rudolf Kunzmann als Erster Glühwein in Flaschen ab, und der Überlieferung zufolge erhielt er dafür eine Geldstrafe, weil das Hinzufügen von Zucker zu Wein damals nicht erlaubt war. Heute ist in den europäischen Vorschriften festgelegt, was Glühwein ist: ein Getränk ausschließlich aus Rot- oder Weißwein, vor allem mit Zimt oder Nelken gewürzt, ohne zugesetztes Wasser und mit mindestens 7 Prozent Alkohol.
Das richtige Glas
Auf dem deutschen Weihnachtsmarkt trinkt man Glühwein aus einem Tonbecher; zu Hause eignet sich ein Irish-Coffee-Glas besser. Der Henkel hält deine Finger vom heißen Glas fern, der Fuß sorgt für einen sicheren Stand auf dem Tisch und durch das hitzebeständige Glas kannst du die tiefrote Farbe sehen. Ein Glas mit 26 bis 28 cl ist ideal: Darin passt eine Portion von 12,5 cl mit einer Orangenscheibe, und es bleibt noch Platz, um das Aroma einzufangen. Spüle das Glas vorher mit heißem Wasser aus. Du findest sie bei unseren Irish-Coffee-Gläsern.
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Das richtige Werkzeug
Für einen Glühwein verwendest du neben dem Glas einen Barlöffel zum Umrühren, einen Jigger zum genauen Abmessen und eine Muskatreibe. Das sind die Bar-Tools, die wir selbst verwenden; alles findest du in unseren Bar-Tools & Cocktailsets.
Gläserset (unsere Wahl 01) + 3 Bar-Tools zusammen € 80,80.
Womit machst du einen Glühwein?
Für einen Glühwein brauchst du Rotwein. Auf jeder Getränkeseite erfährst du den Alkoholgehalt, wie er schmeckt, welche Cocktails dazu passen und welches Glas du dafür brauchst.
Variationen & Twists
Glühwein mit Schuss bekommt 2 cl Rum oder Amaretto pro Glas, erst im Glas hinzugefügt, damit der Alkohol nicht im Topf verdampft. In Deutschland darf er offiziell nicht mehr Glühwein heißen, sondern Punsch. Für weißen Glühwein nimmst du einen trockenen Riesling mit Zitrone statt Orange. Der skandinavische Glögg wird mit Rosinen und geschälten Mandeln im Glas serviert. Näher bei uns liegt Bischofswein, mit einer Orange voller Nelken, und wer lieber Whisky und Honig mag, macht einen Hot Toddy.
Serviertipp
Stelle den Topf auf die niedrigste Stufe oder auf ein Rechaud, dann kann jeder nachschenken, ohne dass der Wein kocht. Entferne nach einer halben Stunde die Nelken und den Sternanis, sonst wird der Glühwein bitter. Weitere Heißgetränke findest du bei den Wintercocktails.
Gut zu wissen
Glühwein für eine ganze Flasche zubereiten
Eine 75-cl-Flasche ergibt genau sechs Gläser à 12,5 cl. Wähle beim Rezept also 6 Personen aus, und du siehst sofort die richtigen Mengen: 60 Gramm Zucker, 12 Orangenscheiben, die Schale einer halben Zitrone in Streifen, 3 Zimtstangen, 6 Nelken und 3 Sternanis. Die Hälfte der Orange kommt in den Topf, den Rest bewahrst du für die Gläser auf. Für eine Feier mit zwölf oder achtzehn Gästen stellst du zwei oder drei Flaschen gleichzeitig auf. Verwende einen Topf, der höchstens zu zwei Dritteln gefüllt ist, dann kannst du umrühren, ohne etwas zu verschütten, und probiere nach zwanzig Minuten, ob die Gewürze herausgenommen werden können.
Welchen Wein verwendet man für Glühwein?
Wähle einen trockenen, fruchtigen Rotwein mit wenig Tannin und ohne starke Reifung im Holzfass. Merlot, Grenache, Zweigelt, Dornfelder und ein einfacher Côtes-du-Rhône eignen sich gut. Tannin schmeckt man in warmem Wein stärker, wodurch er sich rau anfühlt, und die Vanille- und Rauchnoten des Eichenholzes konkurrieren mit dem Zimt. Er muss nicht teuer sein: Zucker und Gewürze verdecken die Feinheiten einer guten Flasche. Der allerbilligste Wein aus dem Karton macht den Glühwein allerdings dünn und sauer. Ein einfacher Wein, den du auch ohne Gewürze gerne trinken würdest, ist die richtige Wahl.
Wie heiß darf Glühwein werden?
Etwa 70 Grad sind ideal: dampfend heiß, aber ohne Bläschen. Alkohol kocht bereits bei 78 Grad, deutlich unter dem Siedepunkt von Wasser. Sobald der Wein zu sprudeln beginnt, verdampft der Alkohol daher schnell und der Geschmack wird flach. Nelken und Sternanis werden außerdem bitter, wenn sie zu heiß oder zu lange ziehen. Mit einem Küchenthermometer ist das ganz einfach. Ohne Thermometer achtest du auf den Rand des Topfes: Wenn dort kleine Bläschen aufsteigen, stell die Hitze niedriger. Lass den Deckel auf dem Topf, damit Alkohol und Aroma dort bleiben, wo sie hingehören.
Glühweingewürze: ganz oder gemahlen
Verwende ganze Gewürze. Gemahlener Zimt und gemahlene Nelken lösen sich nicht auf, machen den Wein trüb und hinterlassen eine körnige Schicht am Boden deines Glases. Ganze Zimtstangen, Nelken und Sternanis kannst du nach dem Ziehen einfach herausfischen oder vorher in ein Teeei geben. Fertige Glühweingewürzbeutel funktionieren ebenfalls: Hänge pro Flasche einen hinein, genau wie einen Teebeutel. Nelken sind das stärkste Gewürz in der Reihe, sei damit also sparsam. Für mehr Tiefe kannst du eine Scheibe frischen Ingwer oder eine halbe Vanilleschote hinzufügen.
Alkoholfreien Glühwein zubereiten
Für eine alkoholfreie Variante ersetzt du den Wein durch roten Traubensaft oder durch halb Traubensaft und halb kräftigen Rooibostee, wenn du ihn weniger süß möchtest. Lass den Zucker dann weg, denn Traubensaft ist süß genug. Die Gewürze, die Orange und die Zubereitung bleiben gleich. Da kein Alkohol enthalten ist, darf diese Variante etwas heißer werden, obwohl die Gewürze beim Kochen immer noch bitter werden. In Deutschland heißt ein solches Getränk Kinderpunsch und wird auf jedem Weihnachtsmarkt neben dem Glühwein angeboten. Weitere alkoholfreie Getränke findest du bei unseren Mocktails.
Unterschied zwischen Glühwein und Bischofwein
Glühwein und Bischofswein sind beide warmer Rotwein mit Gewürzen, aber die Akzente unterscheiden sich. Glühwein stammt aus Deutschland, ist trockener und würziger und setzt auf Zimt, Nelken und Sternanis mit etwas Zitrus. Bischofswein ist die niederländische Variante zu Sinterklaas: süßer, mit einer Orange voller Nelken, oft einer Prise Muskatnuss und ohne Sternanis. Der skandinavische Glögg ist wiederum kräftiger, mit Rosinen, Mandeln und oft einem Schuss stärkerem Alkohol. Wer die Technik für Glühwein beherrscht, kann alle drei zubereiten: niedrige Hitze, ganze Gewürze und niemals kochen.
Häufig gestellte Fragen
Wie macht man Glühwein?
Erwärme trockenen Rotwein mit Zucker, Orangenscheiben, einem Streifen Zitronenschale, Zimt, Nelken und Sternanis bei niedriger Hitze auf etwa 70 Grad. Lass ihn zwanzig Minuten mit geschlossenem Deckel ziehen, ohne ihn kochen zu lassen, und gieße ihn durch ein Sieb in ein vorgewärmtes, hitzebeständiges Glas. Pro Glas rechnest du mit 12,5 cl Wein, eine Flasche ergibt also sechs Gläser.
Wie viel Alkohol ist in Glühwein?
Ungefähr genauso viel wie der Wein, mit dem du beginnst, normalerweise 11 bis 13 Prozent, solange du ihn nicht kochen lässt. Durch den Zucker und die Flüssigkeit aus der Orange sinkt der Prozentsatz geringfügig. Wenn der Wein jedoch kocht, verdampft schnell Alkohol. Nach den europäischen Vorschriften muss Glühwein mindestens 7 Prozent Alkohol enthalten.
Kann man Glühwein aufwärmen?
Ja. Entferne zuerst die Gewürze und die Orange, sonst wird der Glühwein bitter, und bewahre ihn abgedeckt im Kühlschrank auf. So hält er sich zwei bis drei Tage. Erwärme ihn anschließend langsam bei niedriger Hitze auf etwa 70 Grad und lass ihn nicht kochen. Pro Glas kannst du ihn auch in der Mikrowelle in kurzen Schritten erwärmen.
Welches Glas verwendet man für Glühwein?
Ein hitzebeständiges Glas mit Henkel, zum Beispiel ein Irish-Coffee-Glas mit 26 bis 28 cl Fassungsvermögen. Der Henkel schützt deine Finger, und durch das Glas kannst du die Farbe sehen. Ein dickwandiges Teeglas oder ein doppelwandiges Glas funktioniert ebenfalls. Spüle das Glas immer zuerst mit heißem Wasser aus, damit es durch den Temperaturunterschied nicht platzt. Siehe auch unsere Teegläser.
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