Das Angel-Face-Rezept
Gin, Aprikose und Apfel zu gleichen Teilen
Stell eine Coupette in den Gefrierschrank oder fülle sie mit Eis und Wasser, um sie vorzukühlen.
Gib den Gin, den Apricot Brandy und den Calvados in einen mit Eis gefüllten Shaker.
Schüttle fünfzehn Sekunden lang kräftig, damit der Drink gut kalt wird und sich leicht verdünnt.
Gib das Kühl-Eis aus der Coupette und seihe den Cocktail durch ein feines Sieb doppelt ins Glas ab.
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Die Geschichte
Das älteste bekannte Rezept für den Angel Face steht im The Savoy Cocktail Book, das Harry Craddock 1930 als Barkeeper der American Bar im Savoy Hotel in London zusammenstellte. Er hielt den Drink in seiner einfachsten Form fest: je ein Drittel Dry-Gin, Apricot Brandy und Calvados, kräftig geschüttelt und in ein Cocktailglas abgeseiht. Wer den Angel Face erfunden hat und woher der Name stammt, erwähnt das Buch nicht, und verlässliche Quellen dazu fehlen. Apricot Brandy taucht in den Cocktailbüchern jener Jahre häufiger auf, zum Beispiel im Paradise, der ebenfalls im Savoy aufgeführt ist. Die International Bartenders Association nahm den Angel Face in ihre Liste offizieller Cocktails in der Kategorie The Unforgettables auf.
Das richtige Glas
Die IBA schreibt ein gekühltes Cocktailglas vor, und eine Coupe ist dafür die praktischste Wahl. Nach dem Shaken hast du etwa 12 cl im Glas, daher bietet eine Coupe mit 22 bis 24 cl genügend Platz, damit du sie ohne Verschütten tragen kannst. Der runde Kelch hält den Duft von Apfel und Aprikose zusammen, und der Stiel sorgt dafür, dass deine Hand das Getränk nicht erwärmt. Das ist wichtig, denn im Glas befindet sich kein Eis. Sieh dir unsere Coupe-Gläser an.
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Das richtige Werkzeug
Für einen Angel Face verwendest du neben dem Glas einen Boston-Shaker, einen Jigger zum genauen Abmessen, ein Cocktailsieb und ein feines Sieb zum doppelten Abseihen. Das sind die Bar-Tools, die wir selbst verwenden; alles findest du in unseren Bar-Tools & Cocktailsets.
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Variationen & Twists
Viele moderne Bars rühren den Angel Face statt ihn zu shaken und pressen etwas Zitronenzeste darüber: Das ergibt einen klaren, samtigen Drink. Möchtest du ihn frischer, gib 1 cl frischen Zitronensaft hinzu; dann geht er in Richtung eines Sours. Mit Orangensaft statt Calvados erhältst du den Paradise. Wenn du Brandy mit Zitrus magst, probiere den Sidecar mit Cognac, Triple Sec und Zitrone.
Serviertipp
Die IBA nennt keine Garnitur, aber eine dünne Apfelscheibe am Glasrand oder etwas Zitronenzeste, die du über dem Glas ausdrückst, passt gut dazu. Ein junger Calvados reicht aus; bewahre ältere Flaschen zum puren Trinken auf, denn der Aprikosenlikör überdeckt die feinen Nuancen ohnehin.
Gut zu wissen
Was ist ein Angel-Face-Cocktail?
Ein Angel Face ist ein kurzer, starker Cocktail aus Gin, Apricot Brandy und Calvados zu gleichen Teilen, also dreimal 3 cl. Er enthält weder Saft noch Sirup oder Bitters, sondern nur drei Getränke, die einander ergänzen. Der Gin bringt Wacholder und Kräuter, der Calvados Apfel und eine holzige Wärme, und der Apricot Brandy die süße, fruchtige Seite. Wie der Negroni besteht er aus drei gleichen Teilen und ist ungefähr ebenso stark: mehr als zwei Standardgläser Alkohol. Du shakst ihn mit Eis und servierst ihn ohne Eis in einem gekühlten Cocktailglas.
Was genau ist Apricot Brandy?
Apricot Brandy ist in Cocktailrezepten meist ein Aprikosenlikör: ein süßer Likör auf Basis von Aprikosen und neutralem Alkohol oder Brandy mit etwa 20 bis 25 Prozent Alkohol. Es handelt sich also nicht um einen trockenen Aprikosenbrand wie den ungarischen Barack Pálinka, der deutlich stärker und kaum süß ist. Für den Angel Face brauchst du genau die Süße des Likörs, sonst wird der Drink scharf und wirkt leer. Bols und De Kuyper stellen beide einen erschwinglichen Apricot Brandy her. Eine geöffnete Flasche bleibt lange haltbar, und du verwendest ihn auch für andere Klassiker aus derselben Zeit.
Calvados: Welchen wählst du?
Calvados ist ein Apfelbrand aus der Normandie, manchmal mit einem Anteil Birne, der mindestens zwei Jahre in Eichenholz reift. Auf dem Etikett erkennst du das Alter: Fine oder VS für den jüngsten, VSOP oder Vieille Réserve für mindestens vier Jahre, XO und Hors d'Age für sechs Jahre und älter. Für den Angel Face reicht ein junger Calvados oder ein VSOP: frisch, deutlich nach Apfel und mit etwas Holz. Wenn du keinen Calvados hast, funktioniert auch ein amerikanischer Applejack oder ein anderer Apfelbrand. Gewöhnlicher Brandy oder Cognac lässt den Apfel vermissen, der dem Angel Face seinen Charakter verleiht.
Unterschied zwischen Angel Face und Paradise
Beide Cocktails stehen im The Savoy Cocktail Book von 1930, und beide verbinden Gin mit Apricot Brandy. Der Paradise ergänzt frischen Orangensaft, wodurch er leichter, frischer und fruchtiger wird. Der Angel Face ersetzt diesen Saft durch Calvados und wird dadurch voller, wärmer und deutlich stärker. Man kann sie als Sommer- und Winterversion derselben Idee betrachten. Wenn du eine Flasche Apricot Brandy für den einen Cocktail gekauft hast, hast du damit sofort die Grundlage für den anderen zu Hause. Beide werden ohne Eis in einem kleinen, gekühlten Cocktailglas serviert.
Angel Face ohne Shaker zubereiten
Da der Angel Face keinen Saft enthält, kannst du ihn auch rühren, und viele Barkeeper machen das heutzutage lieber. Fülle ein Rührglas oder einen großen Messbecher mit Eis, gieße die drei Drinks dazu und rühre dreißig Sekunden lang mit einem langen Löffel. So wird der Drink genauso kalt, bleibt aber klar und fühlt sich weicher an. Shaken bringt mehr Luft und einen etwas frischeren ersten Schluck. Seihe ihn in beiden Fällen in ein gekühltes Glas ab und probiere ihn: Ist er zu süß, helfen ein paar Tropfen Zitronensaft. Ein gutes Rührglas findest du bei unseren Rührgläsern.
Angel Face für eine Gruppe
Die gleichen Anteile machen den Angel Face einfach zum Vormischen. Für acht Gläser gießt du 24 cl Gin, 24 cl Apricot Brandy und 24 cl Calvados in eine saubere Flasche und stellst sie in den Kühlschrank. Beim Servieren shakest du 18 cl der Mischung, genug für zwei Gläser, fünfzehn Sekunden lang mit viel Eis und seihst sie doppelt in gekühlte Coupés ab. Da die Mischung bereits kalt ist, erreicht das Getränk schneller die richtige Temperatur. Bewahre die Gläser bis zum letzten Moment im Gefrierfach auf, dann bleibt jedes Glas gleich kalt.
Häufige Fragen
Was ist in einem Angel-Face-Cocktail enthalten?
Ein Angel Face besteht zu gleichen Teilen aus Gin, Apricot Brandy und Calvados, laut IBA jeweils 3 cl. Du shakest die drei Drinks mit Eis und seihst sie ohne Eis in ein gekühltes Cocktailglas ab. Es kommt weder Saft noch Sirup hinein, und die IBA schreibt auch keine Garnitur vor.
Ist ein Angel Face süß?
Er ist süßer als ein Dry Martini, aber weniger süß, als man es von Aprikosenlikör erwarten würde. Gin und Calvados sind trocken, daher bringt nur ein Drittel des Drinks Zucker mit. Das Ergebnis ist rund und fruchtig mit einem warmen, trockenen Abgang. Ist er dir trotzdem zu süß, füge 0,5 cl Zitronensaft hinzu.
Kann man Calvados in einem Angel Face ersetzen?
Ja, durch einen anderen Apfelbrand wie amerikanischen Applejack. Cognac oder gewöhnlicher Brandy geht ebenfalls, aber dann geht die Apfelnote verloren, die den Angel Face von anderen Drinks mit Gin und Aprikose unterscheidet. Lässt du den Calvados vollständig weg und fügst Orangensaft hinzu, machst du im Grunde einen Paradise.
Welches Glas verwendest du für einen Angel Face?
Ein gekühltes Coupéglas mit 22 bis 24 cl oder ein klassisches Martiniglas. Das Getränk kommt ohne Eis ins Glas, daher ist ein Stiel wichtig, damit es kalt bleibt. Ein kleineres Nick-&-Nora-Glas mit etwa 15 cl funktioniert ebenfalls gut, da die Portion nach dem Shaken nur etwa 12 cl umfasst.
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